Trage dich in unseren Newsletter ein, um die neuesten Updates zu erhalten.
|
Mit dem Sieg als klares Ziel
bestritt Lukas Kaufmann sein zweites Race Across America. Doch von Beginn an
war klar, dass er dieses Unterfangen heuer nicht umsetzen kann. Statt der
Aufgabe biss er sich über die 5.000 Kilometer lange Distanz des längsten und härtesten
Radrennens der Welt. Am Ende jubelte er über seinen zweiten zweiten Platz wie
über den Sieg! Im Vorjahr finishte der
31-jährige Lukas Kaufmann seine RAAM-Premiere durch 13 US-Bundesstaaten und
vier Zeitzonen mit einer Zeit von 8 Tage und 23 Stunden. Wie schwer die
Bedingungen beim RAAM heuer waren, zeigt seine Endzeit von 9 Tagen 13 Stunden
40 Minuten. Einen vielbeachteten Sieg feierte Lukas Landsmann Philipp Kaider,
zweifacher 24h-Zeitfahrweltmeister, mit einer Zeit von 8 Tagen 22 Stunden. "Das
war ein starkes Rennen und er hatte so gut wie keine Einbrüche. Ich
gratuliere Philipp und seinem ganzen Team. Es würde mich freuen, wenn wir in
Atlantic City auf seinen Sieg anstoßen", streute der Kronstorfer dem
Sieger Kaider Rosen. Den dritten Platz mit einem Respektabstand von über
einem Tag wird sich voraussichtlich der Schweizer Lionel Poggio holen. Über
seine Leistung selbst sagte Lukas an der Atlantikküste: "Es war ein
verrückter Rennverlauf, komplett anders als im Vorjahr. Schon nach den ersten
fünf Rennstunden mussten wir das ganze Konzept über den Haufen werfen. Mir
war in der Wüste richtig schlecht und konnte auch nichts essen. Ich bin froh,
dass ich mich ins Ziel gekämpft habe." Zum zweiten zweiten Platz sagte
der Oberösterreicher: "Viele schaffen es nicht ins Ziel. Ich bin bei
meinem zweiten RAAM zum zweiten Mal Zweiter - und das ohne Stürze oder
Verletzungen. Das macht mich schon Stolz!" Von Beginn an lief es nicht
rund Am 10. Juni startete Lukas
Kaufmann im kalifornischen Oceanside ins Race Across America. Die extreme
Hitze mit teils über 45 Grad Celsius in der Wüste machte Lukas heuer
besonders zu schaffen. "In den ersten drei Tagen war er ständig überm
Limit und er stand schon näher an der Aufgabe als am Weiterfahren. Am ersten
Tag hatte er körperliche Probleme und an den nächsten beiden Tagen mentale.
Doch er biss sich durch. In dieser schweren Phase hat ihn das Betreuerteam
vorbildlich unterstützt. Es war schon eine mentale Höchstleistung, dass er
sich aus diesem massiven Tief befreit hat. Danach begann für Lukas das Rennen
erst so richtig und er kam von Tag zu Tag besser in Fahrt. Aber Philipp
Kaider fuhr ein beeindruckendes Rennen und war schließlich uneinholbar",
analysiert Teamchef Thomas Hölzl, der als Headcoach damit bei zwei Kaufmann-Betreuungen
bei zwei zweiten Plätzen hält. Selbstkritik bei
Schlaftaktik Vor dem Race Across America
diskutierten Lukas Kaufmann, Thomas Hölzl und Arzt Dr. Jürgen Minar lange
über die Schlaftaktik. "Wir wollten eine alternative Methode mit
längeren Pausen als im Vorjahr ausprobieren . Unsere längsten Schlafzeiten
heuer waren teils über drei Stunden, im Vorjahr maximal 1:50 Stunden. Wir
überwachten Lukas mit einer neuen Schlafhaube, die die Gehirnströme misst.
Was uns dann aber auf den Kopf gefallen ist: Täglich musste er wegen der
längeren Pausen über eine Stunde schneller fahren. Diese Taktik ist leider
nicht aufgegangen. Sonst von den reinen Fahrzeiten her war er nicht viel
langsamer als im Vorjahr und in den letzten Tagen konnte er auf Philipp Zeit gut
machen", beschreibt Hölzl, der als Zahlenspiele noch angibt: "Fünf
Stunden haben wir bei diesem RAAM sicher wegen der ersten drei Tage verloren,
den Rest mit dem missglückten Pausenmanagement. Rein von den Fahrzeiten her
waren wir nicht viel langsamer als 2024." Insgesamt betrug Lukas gesamte
Schlafzeit in den vergangenen zehn Tagen bei 15:30 Stunden, im Vorjahr waren
es 10:15 Stunden. |